Mentales Training - Mentales Training Seite 2
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Auch mit diesem Verhaltensmuster stehe ich nicht allein. Im Keller stapeln sich Pulsuhr, Laufsocken, Laufschuhe, Kurzhantel, Langhantel, Expander, Gewichtsmanschetten, Fahrrad, Rennrad, Mountainbike, Inliner, Sturzhelm, Knieschützer, Ellbogenschützer, Fußballschuhe, Badminton-, Tennis, Tischtennis- und Softball-Schläger… Die Psychologie spricht in so einem Fall vom „Fitness-Messie“.
Meine Frau hat früher noch gelegentlich gefragt „Sag mal: Willst du die Sachen eigentlich irgendwann auch mal benutzen?“ Sie fragt nicht mehr seit ich zurückgeblafft habe „Die Laufschuhe waren so teuer – die werde ich jetzt nicht gleich schmutzig machen.“ Neulich hat sie dann den Vorschlag gemacht „Man könnte die Sachen ja bei e-bay verkaufen.“ „Ich sag: „Bist du irre? Stell dir mal vor, was passieren würde, wenn alle Männer auf einmal ihre nicht genutzten Sportgeräte bei e-bay einstellen. Der e-bay-Server würde anfangen zu glühen, würde sich durch den Erdkern schmelzen und in Australien wieder rauskommen.“
Man gerät einfach schnell in das Wirkungsfeld einer Naturgesetzlichkeit, gegen die anzukämpfen dann vollkommen sinnlos ist: Menge und Qualität der Sportgeräte stehen in reziprok proportionalem Verhältnis zur tatsächlichen sportlichen Aktivität. Für Nordic Walker lässt sich daraus eine Art Bauernregel formulieren: „Je doller die Stöcke, desto oller die Böcke.“ Will ich dann irgendwann tatsächlich mal Sport treiben, bin ich gelähmt – ich kann mich einfach nicht entscheiden, mit welchem Gerät ich anfangen soll. Es heißt ja immer, wir Männer denken den ganzen Tag an Sex. Das stimmt nicht. Wir denken den ganzen Tag: „Man müsste mal wieder was für die Fitness tun“. Und dieses Daran-denken - das nennen wir dann „mentales Training“.